Vier Ideen, wie mein Handy-Fasten gelingen kann
Es ist Fastenzeit. Und in diesem Jahr wage ich mich an ein besonders anspruchsvolles Faset-Thema: das Handy-Fasten.
Alkohol, Zucker oder Weißmehl fasten? Easy. Selbst eine Woche Buchinger-Fasten mit dünnem Gemüsetee habe ich gemeistert. Beim Handy jedoch spüre ich großen Respekt. Umso klarer muss mein Plan sein.
Das menschliche Gehirn liebt schnelle Belohnungen – und das Handy liefert sie zuverlässig. Jedes neue Video, jede Nachricht, jeder Like gibt mir einen kleinen Dopamin-Kick. Kein Wunder, dass Scrollen mich süchtig macht und ruhigere Tätigkeiten an Reiz verlieren.
Genau hier setze ich an: Ich will es wieder ruhiger haben. Mein Ziel: Mein Handy ist nur noch ein Telefon. Keine YouTube-Shorts, kein „nur kurz mal schauen“, kein endloses Scrollen.
Change-Management für mich
Als Change-Managerin weiß ich, dass Veränderung selten linear verläuft. Ich werde meine persönliche Change-Kurve durchlaufen: sinkende Motivation, vielleicht ein emotionales Tief – das berühmte Tal der Tränen nach Elisabeth Kübler-Ross.
Aber ich weiß auch, wie sich dieser Prozess verkürzen lässt: mir den Nutzen des Handy-Fastens wiederholt vor Augen führen; schauen, was ich bereits erreichen konnte; mir vorstellen, welche weiteren Ergebnisse ich erzielen kann. Meine Vision im Blick halten.
Genau das habe ich in vielen Veränderungsprojekten getan. Jetzt tue ich es für mich selbst.
Mein inneres Team rebelliert
Natürlich regt sich Widerstand. Mein inneres Team meldet sich mit einigen Stimmen deutlich zu Wort. Die innere Yoga-Frau möchte nicht auf ihre Videos verzichten, die innere Wissbegierige in Sachen Politik will nichts verpassen – gerade jetzt in der aktuellen Gemengelage.
Innere Klarheit entsteht dann, wenn diese Stimmen wahrgenommen, verstanden und zu einer stimmigen Entscheidung moderiert werden.
Also höre ich meinen inneren Stimmen gut zu und entscheide bewusst. Yoga bekommt täglich ein festes Zeitfenster mit dem Handy, gezielt und ohne Scrollen und Extra-Klick. Gegenüber der inneren Wissbegierigen aber bleibe ich konsequent: Politik gibt es nur noch analog. Das Zeitungsabo ist schon bestellt.
Abends ab acht ist das Handy im Flur
Ich brauche einen einfachen Rahmen: Morgens um sieben ist ein Check für Wetter, Termine und Nachrichten erlaubt. Dann wird das Handy zum Telefon, im Regal oder in der Tasche.
Und abends ab acht liegt das Handy im Flur. Nicht im Wohnzimmer, nicht in der Küche, nicht im Schlafzimmer. Damit ist das Handy aus dem Sichtfeld verschwunden und die Reiz-Reaktionskette des schnellen Zugreifens unterbrochen.
Zudem ist der Flur ein neutraler und irgendwie auch ein öffentlicher Ort. Im Flur scrollen? Das bietet sich einfach nicht an.
Meine Neugier auf Langeweile
Wenn mein Ziel sehr attraktiv ist, mache ich vieles dafür möglich.
Was werde ich gewinnen, wenn das Handy schweigt? Mehr Ruhe, mehr Fokus – und manchmal ein bisschen Langeweile.
Gerald Hüther sagt, dass Langeweile wichtig und gesund für uns ist. Er argumentiert, dass erst in Momenten ohne Reizüberflutung Kreativität, Selbstwirksamkeit und echtes Lernen entstehen.
Und darauf bin ich wirklich gespannt.
